Der neue Trend: Unfallfahrzeuge bei Vertragshändlern
Die steigenden Preise für Neuwagen und sogar für junge Gebrauchtwagen zwingen den Handel zum Umdenken. Immer mehr Vertragshändler und Autohäuser erweitern ihr Portfolio um ein Segment, das früher tabu war: Fahrzeuge mit Unfallhistorie, gekennzeichnet durch einen sogenannten „Unfalltitel“ oder „Sinistre“-Vermerk. Dieser strategische Schlenker ist eine direkte Antwort auf die Marktveränderungen.
Die treibenden Kräfte hinter dem Phänomen
Hauptgrund ist die immense Preisschere. Für viele Kunden ist der Kauf eines fabrikneuen oder unfallfreien Gebrauchtwagens schlicht nicht mehr finanzierbar. Ein Fahrzeug mit reparierter Unfallhistorie bietet eine Möglichkeit, deutlich günstiger an ein modernes, gut ausgestattetes Modell zu kommen. Die Händler nutzen diese Nachfrage, um ihre Lager zu füllen und Kunden in den Showroom zu locken, die sonst vielleicht abwandern würden.
Risiken und Chancen für den Käufer
Der Kauf eines solchen Fahrzeugs ist mit besonderen Vor- und Nachteilen verbunden. Auf der positiven Seite steht der attraktive Preis. Oft handelt es sich um relativ neue Modelle mit aktueller Technik. Die größten Risiken liegen in der Qualität der Reparatur und möglichen versteckten Mängeln, die die Sicherheit und den Werterhalt beeinträchtigen können. Seriöse Händler punkten hier mit Transparenz: Sie legen Gutachten über die durchgeführten Reparaturen offen und bieten eine geprüfte, eingeschränkte Garantie an.
Was Sie vor dem Kauf unbedingt prüfen sollten
Ein kritischer Blick ist unerlässlich. Verlangen Sie immer das genaue Gutachten zum Unfallschaden und die detaillierten Reparaturrechnungen. Eine unabhängige Vorab-Inspektion durch eine externe Werkstatt sollte zur Bedingung gemacht werden. Prüfen Sie zudem die genauen Garantiebedingungen des Händlers für das spezifische Fahrzeug. Ein transparent dokumentierter, fachmännisch reparierter Unfallwagen kann eine sinnvolle Alternative sein – ein intransparentes Angebot bleibt ein Lotteriespiel.