Das Ende der Vernetzung für ein Elektroauto-Pionier
Für Besitzer der zweiten Generation des Nissan Leaf in Frankreich steht ein technischer Rückschritt bevor. Der japanische Automobilhersteller wird die zentralen Server für die 2G- und 3G-Mobilfunknetze abschalten, die die Connected-Dienste des Fahrzeugs ermöglichen. Diese Entscheidung ist Teil einer globalen Umstellung, die sich aus der fortschreitenden Technologie-Obsoleszenz und dem flächendeckenden Ausbau der moderneren 4G- und 5G-Netze ergibt.
Welche Funktionen fallen weg?
Die Konsequenz für die Fahrer ist konkret und spürbar. Die Nissan-Leaf-App, über die Besitzer wichtige Fahrzeugdaten fernab ihres Autos abrufen konnten, wird ihre Kernfunktionen verlieren. Dazu gehören die Fernabfrage des aktuellen Ladestands, das Planen von Ladevorgängen für günstige Stromtarife oder das Vorheizen und Vorkühlen des Fahrzeuginnenraums. Auch die Möglichkeit, den Ladezustand per SMS abzufragen oder die Klimaanlage aus der Ferne zu starten, wird mit der Server-Abschaltung hinfällig.
Technologischer Fortschritt als Schritt zurück
Die Situation zeigt ein Paradoxon der digitalen Mobilität: Der Fortschritt zu schnelleren und effizienteren Netzen lässt ältere Fahrzeuggenerationen buchstäblich offline gehen. Da die Leaf 2 der Baujahre etwa 2018 bis 2023 nicht mit einem 4G-fähigen Telematikmodul ausgestattet ist, gibt es für diese Fahrzeuge kein Software-Update oder eine einfache Nachrüstlösung. Die Konnektivität ist hardwarebedingt an die veralteten Netze gekoppelt und kann nicht nachgerüstet werden.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur Nissan, sondern ist eine branchenweite Herausforderung. Sie wirft Fragen zur langfristigen Digital-Nachhaltigkeit von Fahrzeugen auf, die zunehmend als „Computer auf Rädern“ vermarktet werden. Für die betroffenen Leaf-Fahrer bedeutet es einen klaren Verlust an Komfort und Alltagstauglichkeit ihres Elektroautos, das damit einen Teil seines smarten Charakters einbüßt.