Nissan wendet sich von reinen E-Autos ab und setzt auf Hybride

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Nissan vollzieht strategische Kehrtwende in der Elektromobilität

Der japanische Automobilhersteller Nissan korrigiert seinen bisherigen Kurs in der Elektrofahrzeug-Strategie deutlich. Statt wie viele Wettbewerber ausschließlich auf batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) zu setzen, rücken nun Plug-in-Hybride (PHEV) und Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer (EREV) in den Fokus. Diese Neuausrichtung markiert einen pragmatischen Wendepunkt und reagiert auf die aktuellen Marktentwicklungen und Kundenbedürfnisse.

Pragmatismus statt puristischer Elektro-Strategie

Die anfängliche Euphorie für reine Elektroautos wird von einer realistischeren Betrachtung abgelöst. Nissan erkennt, dass die Infrastruktur für flächendeckendes Schnellladen, die Rohstoffversorgung für Batterien und die noch immer höheren Anschaffungskosten viele potenzielle Kunden abschrecken. Hybride Technologien bieten hier eine praktikable Brückentechnologie. Sie kombinieren die Vorteile lokal emissionsfreien Fahrens im Stadtverkehr mit der Flexibilität und Reichweite eines Verbrenners für längere Strecken, ohne Ladeangst.

Technologische Stärken im Fokus: PHEV und EREV

Konkret bedeutet die Strategieänderung, dass Nissan seine Entwicklungsressourcen verstärkt in die Weiterentwicklung von Plug-in-Hybriden und sogenannten Extended-Range Electric Vehicles (EREV) lenkt. Bei EREV treibt primär ein Elektromotor die Räder an, ein kleiner Verbrennungsmotor dient ausschließlich als Generator zum Laden der Batterie. Diese Technologie, bekannt vom Chevrolet Volt oder dem BMW i3 mit Range Extender, bietet ein authentisches Elektrofahr-Erlebnis mit entscheidend verlängerter Gesamtreichweite.

Eine Antwort auf heterogene globale Märkte

Der strategische Shift ist auch eine Reaktion auf die unterschiedliche Geschwindigkeit der Elektromobilität in verschiedenen Weltregionen. Während in Europa und China der Druck hoch ist, sehen Märkte wie Nordamerika, Südostasien oder auch Teile Europas eine stärkere Nachfrage nach hybriden Lösungen. Mit einer breiteren Palette an elektrifizierten Antrieben, anstatt sich nur auf BEV zu konzentrieren, kann Nissan flexibler auf diese divergierenden Anforderungen reagieren und Marktanteile sichern.

Diese Kurskorrektur zeigt, dass der Weg zur vollständigen Elektrifizierung komplexer ist als angenommen. Nissan setzt nun auf einen technologieoffeneren und kundenorientierteren Ansatz, der die Übergangsphase bis zur voll ausgereiften und für alle erschwinglichen BEV-Ära pragmatisch überbrücken soll.

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