Fords Elektroauto-Dilemma: Software-Updates als Nachrüstlösung

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Fords Bekenntnis zum Software-definierten Fahrzeug

Der amerikanische Automobilriese Ford hat in den letzten Jahren massiv in die Elektrifizierung investiert. Mit Modellen wie dem F-150 Lightning und dem Mustang Mach-E schien das Unternehmen den Anschluss an die neue Ära gefunden zu haben. Ein kürzliches Eingeständnis wirft jedoch ein neues Licht auf die technische Basis dieser Fahrzeuge. Ford räumt ein, dass seine aktuellen Elektrofahrzeuge nicht als echte „software-definierte Fahrzeuge“ (SDV) konzipiert wurden.

Was ist ein software-definiertes Fahrzeug?

Ein software-definiertes Fahrzeug wird von seiner Architektur her so aufgebaut, dass Software und Hardware stark entkoppelt sind. Die zentrale Recheneinheit und die Software steuern die Fahrzeugfunktionen und können nach dem Kauf durch umfangreiche Over-the-Air-Updates grundlegend verbessert, erweitert oder personalisiert werden. Diese Fahrzeuge sind quasi „auf Rädern rollende Computer“.

Die aktuelle Ford-Realität: Nachrüsten statt Neudenken

Die bereits produzierten Modelle F-150 Lightning und Mustang Mach-E basieren auf einer konventionelleren Elektroarchitektur. Während bestimmte Systeme wie das Infotainment Updates erhalten können, sind tiefgreifende Verbesserungen an Fahrleistungen, Batteriemanagement oder autonomen Funktionen hardwarebedingt limitiert. Ford muss nun für diese Plattformen nachträglich Software-Lösungen entwickeln, um ähnliche Funktionalitäten wie bei einem von Grund auf software-definierten Fahrzeug anzubieten. Dies ist ein komplexerer und weniger effizienter Weg.

Die Zukunft: Eine neue Plattform für bezahlbare Elektroautos

Die Erkenntnis aus dieser Herausforderung hat Ford zu einer strategischen Neuausrichtung geführt. Das Unternehmen kündigte eine komplett neue Elektrofahrzeug-Plattform an, die ab der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts bezahlbare Modelle hervorbringen soll. Diese nächste Generation wird von Beginn an als echtes software-definiertes Fahrzeug konzipiert. Das Ziel ist klar: Nur mit einer solchen Architektur kann Ford langfristig mit Herstellern wie Tesla mithalten, die ihre Fahrzeuge von Grund auf als update-fähige Softwareplattformen denken.

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