Formel 1 als Bühne für Automobil-Rivalität
Die Präsentation des Red Bull Racing Formel-1-Autos für 2026 in Detroit, der Heimatstadt von Ford, sollte ein rein freudiger Akt sein. Doch die vorab geäußerten Kommentare von Dan Towriss, dem Chef des Cadillac F1-Projekts, sorgten für unerwartete Schlagzeilen und zogen eine scharfe Reaktion des Ford-Konzerns nach sich. Dies offenbart, wie sehr die traditionelle Rivalität der US-Automobilgiganten nun auch auf der Königsklasse des Motorsports ausgetragen wird.
Kritik aus dem Cadillac-Lager
Towriss hatte die technische Rolle Fords im zukünftigen Red Bull Powertrains-Antriebsstrang öffentlich in Frage gestellt. Seine Kernaussage: Ford agiere lediglich als „Badge-Engineering“-Partner, der im Wesentlichen nur seinen Namen an einen von Red Bull entwickelten Motor hefte, ohne tiefgreifendes technisches Engagement. Diese Äußerung traf den Nerv des Blue Oval-Konzerns, der seinen Wiedereinstieg in die Formel 1 nach über zwei Jahrzehnten als technologische Spitzenleistung und echtes Werksteam kommunizieren möchte.
Fords scharfe und direkte Antwort
Die Reaktion von Ford fiel ungewöhnlich direkt und deutlich aus. Ein Sprecher des Unternehmens konterte die Vorwürfe umgehend und wies sie als „lächerlich“ zurück. Er betonte, dass die Partnerschaft mit Red Bull Racing eine vollwertige technische Kollaboration sei, bei der Ford substantielles Know-how in Schlüsselbereichen wie der Batterieelektronik, der E-Maschine und der Software des Hybridantriebs einbringe. Die Aussage zielte klar darauf ab, Cadillacs eigene, noch in der Entwicklungsphase steckende Motorenpartnerschaft mit Honda zu kontrastieren.
Ein Vorgeschmack auf den sportlichen Kampf
Dieser öffentliche Schlagabtausch ist mehr als nur verbales Geplänkel. Er markiert den Startschuss für eine neue Rivalität in der Formel 1, die ab 2026 mit voller Wucht auf der Rennstrecke ausgetragen werden soll. Während Cadillac mit Andretti Global um einen Startplatz kämpft, ist die Partnerschaft von Ford mit dem derzeit dominierenden Red Bull Racing bereits Realität. Der Disput zeigt die enorme politische und mediale Aufmerksamkeit, die dem Sport mit dem Einstieg der amerikanischen Marken zukommt. Die Fans können sich auf eine spannende Ära freuen, in der der Wettstreit lange vor dem Startlicht beginnt.