Antriebsstrang: Motorenhersteller bringen Hybrid- und Elektroantriebe näher zusammen | Die Zukunft der Wärmekraftmaschine

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In diesem Monat sorgte Horse Powertrain mit der Vorstellung seines neuen C15-Motors auf der IAA Mobility in Deutschland für Aufsehen. Der 1,5-Liter-Vierzylinder in Koffergröße leistet etwa 100 PS und wurde als Reichweitenverlängerer für Elektrofahrzeuge konzipiert. Anschließend wurde ein Horse-Motor in einem Renn-Caterham Seven verbaut. Dies hat das Interesse an diesem riesigen, aber wenig bekannten Motorenhersteller geweckt.

Horse Powertrain: Ein Schwergewicht im Schatten

Obwohl unscheinbar, ist Horse kein Startup. Die in Madrid ansässige Gruppe produziert jährlich bis zu 8 Millionen Antriebsstränge und verfügt über 17 Produktionsstandorte sowie 5 Forschungs- und Entwicklungszentren in Europa, Südamerika und Asien. Aufbauend auf dem 125-jährigen Erbe von Renault und Geely sieht sich Horse als unabhängiger Marktführer für Verbrennungs- und Hybridtechnologien.

Eine französisch-chinesische Allianz mit saudischer Unterstützung

Horse entstand als Joint Venture, an dem der französische Renault-Konzern und der chinesische Geely-Konzern jeweils zu 45 % beteiligt sind. Im vergangenen Jahr stieg das saudische Staatsölunternehmen Aramco als dritter Partner mit 10 % ein. Horse liefert Motoren und Hybridsysteme für die Marken der Renault- und Geely-Gruppen und arbeitet auch mit anderen Herstellern wie Mercedes, Volvo, Proton, Nissan und Mitsubishi zusammen.

Der C15-Motor: Ein modulares Reichweitenverlängerungs-Aggregat

Der größte Aufreger ist der C15. Ziel dieses Motors ist es, Herstellern zu ermöglichen, sich auf ihre Elektroplattformen zu konzentrieren, ohne eigene kleine Reichweitenverlängerer entwickeln zu müssen. Er ist modular, anpassungsfähig und kann in verschiedene Fahrzeugsegmente integriert werden. Für größere Modelle ist eine aufgeladene Version geplant. Sein kompaktes Maß (50 x 55 x 27,5 cm) inklusive Generator, Abgassystem und Kühlsystem ist ein Markenzeichen.

Horse und die Rennszene: Der Caterham-Fall

Eine weitere Facette von Horse ist die Lieferung von Motoren für Hochleistungsanwendungen, wie die Partnerschaft mit Caterham zeigt. Die britische Marke hat nach dem Auslaufen des Ford Sigma-Motors den HR13DDT-Motor (bereits in Europa im Dacia Duster, Nissan Qashqai und Mercedes A-Klasse verbaut) für ihr Caterham Academy-Programm übernommen. Derzeit ist dieser Motor die zugänglichste Schnittstelle für Autoenthusiasten und die DIY-Community.

Die Zukunft von Fahrzeugen mit Reichweitenverlängerer

Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer könnten an Beliebtheit gewinnen. Während die Energiedichte der Batterien zunimmt, könnte ein Hilfsmotor nicht nur Reichweiten wie bei herkömmlichen Verbrennern ermöglichen, sondern diese sogar deutlich übertreffen und die Ladeintervalle verlängern. Sollte sich diese Perspektive verwirklichen, könnten Horse-Motoren in einer Vielzahl neuer Fahrzeuge zu finden sein.

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