Ein Gigant aus vergangenen Bergbautagen
Die Welt der Oldtimer-Lkw wird von Sattelzügen und Pick-ups dominiert. Doch es gibt eine seltene Kategorie, die echte Abenteuer verspricht: der gelenkte Muldenkipper. Diese Kolosse wurden für den rauen Untertage- und Tagebau konstruiert. Ein Exemplar, ein Jarvis Clark JDT 426 aus den 1960er Jahren, taucht aktuell für 10.000 US-Dollar auf dem Markt auf. Dieser Preis wirft die Frage auf: Handelt es sich um ein echtes Sammlerstück oder um ein teures Problem?
Der Reiz des Monstrums
Der Jarvis Clark JDT 426 ist kein gewöhnliches Fahrzeug. Sein Design mit der gelenkten Hinterachse erlaubte extrem enge Wendekreise in den beengten Stollen der Minen. Er verkörpert pure, mechanische Ingenieurskunst einer Ära vor moderner Elektronik. Für Technik- und Industriegeschichte-Enthusiasten stellt ein solcher Fund einen absoluten Traum dar. Die Vorstellung, dieses funktionale Stück Geschichte zu besitzen, ist der Hauptantrieb für ein solches Projekt.
Die praktischen Hürden des Besitzes
Jenseits der romantischen Vorstellung warten immense Herausforderungen. Ersatzteile für diese Nischenfahrzeuge sind kaum verfügbar und müssen oft in aufwändiger Handarbeit angefertigt werden. Die Wartung erfordert spezielles Wissen. Zudem ist die Frage der Straßenzulassung mehr als kritisch. Dieser Lkw wurde für den Betrieb im Privatgelände gebaut, nicht für öffentliche Straßen. Der Transport zum eigenen Grundstück würde bereits einen Schwertransporter erfordern.
Eine Investition in Leidenschaft
Bei einem Preis von 10.000 Dollar handelt es sich eindeutig nicht um eine finanzielle Investition im herkömmlichen Sinne, sondern um eine Investition in Zeit, Leidenschaft und Fachwissen. Der Wert liegt im Erhalt eines industriellen Relikts. Für die meisten Menschen ist dieser Lkw ein und praktikables Alptraumprojekt. Für einen sehr kleinen Kreis von Sammlern mit ausreichend Platz, Budget für Restaurierung und technischem Know-how könnte er jedoch ein einzigartiges Juwel sein.