Wettbewerbslandschaft der Automobilindustrie im Wandel durch europäische CO2-Regulierungen

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Trends bei Umweltvorschriften auf dem europäischen Automobilmarkt

Die strengen CO2-Emissionsvorschriften, die von der Europäischen Union (EU) umgesetzt werden, führen zu erheblichen Veränderungen in den Wettbewerbsbeziehungen der Automobilindustrie. Ab 2023 sind Automobilhersteller, die Fahrzeuge in Europa verkaufen, verpflichtet, die durchschnittlichen CO2-Emissionen ihrer gesamten Fahrzeugflotte auf unter 95 g pro km zu begrenzen. Hersteller, die dieses Ziel nicht erreichen, müssen mit hohen Geldstrafen rechnen.

Strategische Partnerschaft zwischen Nissan und BYD

Im Rahmen der Anpassung an diese Vorschriften steht die Zusammenarbeit zwischen Nissan und dem chinesischen Unternehmen BYD im Fokus. Nissan verstärkt auf dem europäischen Markt den Verkauf von Elektrofahrzeugen (EVs), die mit Batterien von BYD ausgestattet sind, und reduziert so effektiv die durchschnittlichen CO2-Emissionen. Die Partnerschaft der beiden Unternehmen zeigt die Möglichkeiten neuer Geschäftsmodelle, die über traditionelle Wettbewerbsbeziehungen hinausgehen.

Umweltvorschriften als Treiber der Branchenumstrukturierung

Die europäischen Umweltvorschriften lösen nicht nur technologische Innovationen aus, sondern führen auch zu strukturellen Veränderungen in der Branche. Immer häufiger kooperieren Hersteller, die bisher im Wettbewerb zueinander standen, bei der Technologiebereitstellung und Teilebeschaffung, um den Vorschriften zu entsprechen. Insbesondere im Bereich der EV-Technologie schreitet die Zusammenarbeit über die Grenzen der Hersteller hinweg voran.

Strategien der Hersteller verschiedener Länder

Um den europäischen Umweltvorschriften gerecht zu werden, verfolgen Automobilhersteller aus verschiedenen Ländern eigene Strategien. Während deutsche Hersteller auf die Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen setzen, erweitern französische Hersteller ihre Hybridfahrzeug-Palette. Japanische Hersteller konzentrieren sich auf Leichtbautechnologien und die Verbesserung der Batterieeffizienz, um sich durch die Nutzung ihrer Stärken zu differenzieren.

Zukünftige Marktaussichten

Da in Europa beschlossen wurde, den Verkauf von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor bis 2035 zu verbieten, bereiten sich die Hersteller eilig auf den vollständigen Übergang zu Elektrofahrzeugen vor. In dieser Übergangsphase ist es wahrscheinlich, dass Kooperationsformen wie Technologiepartnerschaften und gemeinsame Entwicklungen die traditionellen Wettbewerbsprinzipien ablösen und zu einem neuen Branchenstandard werden. Die Anpassung an die Umweltvorschriften wird wahrscheinlich den Anstoß für eine Transformation des Geschäftsmodells der Automobilindustrie selbst geben.

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