Der verbreitete Irrtum mit der Warnblinkanlage
Bei starkem Regen, Schneefall oder Nebel ist der Griff zum Warnblinker für viele Autofahrer ein reflexartiger Sicherheitsgedanke. Die orangefarbenen Leuchten sollen andere Verkehrsteilnehmer auf die reduzierte Sicht und die Gefahr aufmerksam machen. Was gut gemeint ist, kann jedoch fatale Folgen haben und ist in den meisten Fällen sogar explizit verboten.
Die konkreten Gefahren der falschen Nutzung
Die Warnblinkanlage, auch „Warnblinker“ oder „Hazard Lights“ genannt, hat einen klaren Zweck: Sie signalisiert eine akute Gefahrensituation wie eine Panne oder einen Unfall und warnt vor einem stehenden Fahrzeug. Im fließenden Verkehr bei schlechtem Wetter erzeugt sie jedoch Verwirrung. Andere Fahrer können nicht erkennen, ob das Fahrzeug bremst, abbiegen möchte oder tatsächlich steht. Die wichtigsten Kommunikationsmittel – die Blinker – werden durchgehend überdeckt. Ein Spurwechsel oder Abbiegen wird so zu einem unkalkulierbaren Risiko.
Was die Straßenverkehrsordnung sagt
Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) regelt den Einsatz der Warnblinkanlage in § 15 und § 16. Ihr Gebrauch ist nur in wenigen, klar definierten Situationen erlaubt: bei einer Panne oder einem Unfall, beim Abschleppen oder wenn andere Verkehrsteilnehmer durch das eigene Fahrzeug gefährdet werden, etwa bei plötzlichem Stauende auf der Autobahn. Die pauschale Nutzung bei schlechter Sicht durch Regen, Schnee oder Nebel gehört nicht dazu und kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden.
Die richtigen Alternativen für mehr Sicherheit
Statt zum Warnblinker zu greifen, sollten Autofahrer bei widrigen Wetterbedingungen folgende, legale und effektivere Maßnahmen ergreifen: Zunächst gilt natürlich, die Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anzupassen. Bei erheblich eingeschränkter Sicht ist das Einschalten des Abblendlichts Pflicht. Bei starkem Regen oder Schneefall können zusätzlich die Nebelschlussleuchten aktiviert werden, jedoch nur, wenn die Sichtweite unter 50 Meter fällt. Ansonsten blendet ihr helles Licht die nachfolgenden Fahrer. Der sicherste Tipp bleibt: Bei extremen Bedingungen eine Pause einzulegen, bis sich die Situation entspannt hat.